SC 1.0

Einfachste Modifikation einer WebCam, die auf Langzeitbelichtung umgebaut werden kann. WebCams sind nun in der Lage prinzipiell beliebig lange Belichtungen durchzuführen. Nach meinen Erfahrungen sind aber Belichtungen über 120 Sek. bei ca. 15°C Außentemperatur wenig sinnvoll, da durch das interne Rauschen des CCD-Chips keine Verbesserung des Bildes erreicht wird (auch nicht mit Darkframeabzug). Bei geringeren Außentemperaturen - insbesondere bei Minus-Graden - können auch längere Belichtungen realisiert werden; Stichwort natürliche Kühlung.

Realisierung erfolgt zumeist mit der "Dead-Bug-Methode". D.h., dass die nötigen Bauteile frei verdrahtet innerhalb der Kamera montiert werden. Weiterhin werden die Kameragehäuse häufig mit einem Schalter ausgestattet, der den Wechsel zwischen "normaler" Belichtung und Langzeitbelichtung ermöglicht.

Mit Hilfe dieser Modifikation wird das Guiding des Teleskops deutlich einfacher. Es werden z.B. im Sekundentakt Bilder der WebCam ausgelesen und dann mit Programmen wie AstroArt o.ä. die Veränderungen in Steuerimpulse für die Steuerung umgesetzt.

SC 1.5

Selber Aufbau wie die SC 1-Variante. Der Unterschied besteht aber darin, dass die WebCam nun aktiv durch einen Lüfter oder Peltier-Element gekühlt wird. Dies bedingt, dass die Kamera in ein neues Gehäuse untergebracht wird. Dies hat den weiteren Vorteil, dass zusätzlich ein fester Adapter zum Anschluss am Teleskop integriert werden kann. Des Weiteren kann bereits bei dieser Variante der Vorverstärker (PreAMP) deaktiviert werden.

Ziel ist es, den CCD-Chip zu kühlen und somit das Rauschen zu verringern und die mögliche Belichtungszeit zu verlängern (auf mehrere Minuten bis z. T. Stunden).

SC 1.6

Besonders für Astrofotografen, die mit einer separaten Guiding-Kamera arbeiten, sollte diese Variante interessant sein. Hier wird der CCD-Chip - egal ob ICX098AK (alte Vesta-675er-Serie) oder ICX098BQ (Vesta Pro und ToUCam-Serie) - gegen den deutlich empfindlicheren ICX098BL (Monochrom) ausgetauscht. Hierdurch wird die Kamera um den Faktor 3-4 empfindlicher und Leitsterne sind auch ohne Langzeitbelichtung einfacher zu finden. Und genau das ist das Besondere. Die Kamera benötigt keine weiteren Modifikationen (außer den Chip-Austausch). Es können aber auch die der SC 1 genutzt werden.

SC 2.0

Auch ohne Schalter ist nun die Differenzierung zwischen Langzeitbelichtung und "Normal-Belichtung" per Software möglich. Weiterhin kann der Vorverstärker abgeschaltet werden. Dies ist aber nur bei längeren Belichtungen sinnvoll, da das "Vorverstärker-Glühen" erst bei Belichtungen ab ca. 45Sek. deutlicher in den Vordergrund tritt.

Letztlich kann die Kamera, analog zu deutlich teureren "semi-professionellen" CCD-Kameras, sich selber nachführen - zeitlich versetzte Auslesung der geraden und ungeraden Zeilen des CCD-Chips. Dafür ist aber der Einsatz einer entsprechenden Software (z.B. AstroArt) und einer geeigneten Steuerung nötig.

SC 2.5

Wie SC2 nur mit aktiver Kühlung.

SC 3.0
&
SC 4.0

Um die Empfindlichkeit der WebCam weiter zu steigern, wird bei diesen Modifikationen der CCD-Chip gegen einen anderen ausgetauscht. Je nach dem welcher Verwendung findet, wird die Kamera als SC 3 oder SC 4 bezeichnet. SC 3.0: ICX 424 AL (Monochrom) ICX 424 AQ (Farbig) und SC 4.0: ICX 414 AL (Monochrom) ICX 414 AQ (Farbig).

Eine gute Adresse und soweit mir bekannt ist auch die einzige in Deutschland ist Framos und EURECA. Dort sind auch die einzelnen Chip-Spezifikationen als PDF-Dokumente zu bekommen. Die SC 3-Version kann noch weiter dahingehend differenziert werden, dass der Vorverstärker des CCD-Chips analog zur SC 2-Version deaktiviert werden kann. Dann wird von der SC 3.5-Version gesprochen. Zusätzlich können natürlich beide Varianten auch aktiv gekühlt werden.