GuidingCam
Um längere Astroaufnahmen machen zu können, wird meine GP-DX von dieser WebCam nachgeführt. Dazu verwende ich eine nach SC1.6 umgebaute ToUCam. Diese ist in etwa 3 mal so empfindlich wie eine normale ToUCam und somit hervorragend für diese Aufgabe geeignet. Sie funktioniert schon im "normalen" Modus bei 75%-Empfindlichkeit und 1/25-Belichtungszeit ganz hervorragend. Als Software setze ich die aktuelle Version von K3CCD ein.
Die Kamera ist entstanden, als ich frustriert über einer anderen Kamera eines Astrokollegen brütete um mich abzulenken. Ziel war es, ein stabiles Gehäuse mit Nikon-Adapter zu konstruieren, welches die Kamera aktiv kühlen kann, aber wiederum möglichst klein ist.
Die Kamera ist ca. 70 x 70 x 60mm groß und wiegt in etwa 150g. Hauptmerkmale sind:
Langzeitbelichtungsfähig
festes Nikonbajonett
aktiver Lüfter
CCD-Chip ICX098BL-A/F auf Passivkühler (Alu-Auflage)
Passivkühler auf der Unterseite des ToUCam-Boards
Konstruktion
In Ermangelung eines passenden Gehäuses, habe ich zunächst dieses konstruiert. Dazu wurden vier Alu-Stücke in den Größen 70 x 40 x 2mm und zwei in 70 x 70 x 2mm zurecht geschnitten. Um einen bündigen Abschluss des Deckels und des Bodens zu erlangen, habe ich die seitlichen Kanten mit Alu-L-Profiel (10 x 10 x1mm) verstärkt.
Als nächstes wurde in die Längsseite eine passende Öffnung für den 9-poligen SUB-D-Stecker gefräst, ein Loch (Durchmesser ca. 35mm) plus 4 Löcher zur Halterung des Lüfters in den Boden und ein 10mm Loch in den Deckel gebohrt. Anschließend noch das Nikon-Bajonett passend auf den Deckel festgeschraubt. Um die Kamera gut zu verschrauben wurden noch in den Deckel und in den Boden je vier Löcher (4mm) symmetrisch gebohrt.
Als schwierig hat sich die Konstruktion der Halterung des ToUCam-Boards mit dem Chip erwiesen. Die Lösung war letztlich, den Chip zunächst herauszulöten, dann eine kleine Alu-Auflage zurecht zu schneiden, in der zwei kleine 3mm Löcher links und rechts des Chips gebohrt wurden und dann den Chip mittels Wärmeleitkleber wieder auf die Aluhalterung zu kleben. Auf das Board habe ich zwei Pin-Leisten für die Beinchen des Chips gelötet (RM 1,27). Als letztes wurde dann die Alu-Auflage mit dem Kameradeckel verschraubt und das ToUCam-Board an den Chip gesteckt.
Abschließend wurde auf der Rückseite des ToUCam-Boards ein kleiner Alu-Passivkühler einer alten Grafikkarte aufgeklebt, um die entstehende Wärme des Boards besser abzuleiten.
Der Eingebaute Lüfter sollte zunächst über den USB-Bus gespeist werden, da die Kamera an sich nur ca. 300mA verbraucht und der Bus bis zu 500mA bereit stellt. Leider hatte ich aber keinen kleinen 5V Lüfter und die 12V Lüfter brachten zu wenig Leistung. Somit muss der Lüfter noch extern versorgt werden. Geplant ist aber diesen durch einen passenden 5V Lüfter mit ca 90 mA zu ersetzen.
Zwei WebCams mit K3CCD
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K3CCD ist ab der Version 3 in der Lage zwei WebCams parallel im Langzeitmodus zu betreiben. Dazu ist aber ein Adapter nötig, der den 25-poligen Parallelport des Rechners wie folgt aufteilt:
Somit wird die erste Kamera über Pin 2 - 5 + Pin 21 gesteuert und die zweite Kamera über Pin 6 - 9 + Pin 21. Diese Aufteilung gilt für jegliche nach Steve Chambers modifizierte WebCam. Die Abbildung links zeigt die Aufteilung für die zweite Kamera (die Einstellungen werden nur in der neu zu öffnenden Instanz von K3CCD geändert - die Einstellungen für die erste Kamera bleiben gleich!). Wichtig: Intelligent Output aktivieren. Dies funktioniert übrigens auch für die Nikon/Canon + ToUCam (als Guider), die Nikon/Canon benötigen für die Langzeitbelichtung über 30 Sek. nur die Pins 2 und 3 des Parallelports. In K3CCD müssen lediglich die Ansteuerungpins Menü: Settings (SC Mod) geändert werden. |