Selbstbau eines Stativs Part II
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Während des Winters in Hamburg, wenn die Wolken mal wieder nicht weichen wollen, habe ich über ein neues Stativ nachgedacht. Nicht das mein erster Eigenbau schlecht wäre, aber für stark unebene Böden ist es nicht so richtig geeignet, da das Nivellieren länger dauert. Daher wollte ich ein neues Stativ konstruieren, welches sich leicht ausrichten lässt und genauso stabil ist wie das erste. Außerdem sollte es möglichst leicht und ohne viel Aufwand aufzubauen sein. Zunächst dachte ich über ausziehbare Stativbeine nach, ähnlich wie beim DobsMounts-Stativ - welches ich im Übrigen als wirklich wohl durchdacht erachte (wird wohl aber leider nicht mehr hergestellt/vertrieben?). Allerdings erschien mir dieses doch zu konstruktionsintensiv und da ich ungefähr wusste, welche Höhe es haben sollte, habe ich mich wieder für Beine aus einem "Guss" entschieden. Das jetzige Stativ ist äußerst stabil, lässt sich leicht nivellieren und ist einfach aufzubauen. Also genau das was ich wollte. Außerdem war auch die Zeit des Baues wieder einmal sehr lehrreich und hat viel Spaß gemacht. |
Beine
Das Herstellen der Beine war recht einfach. Zunächst habe ich die Enden, wie
links zu sehen ist, mit einer Kappsäge "angespitzt" und entsprechend dem
späteren Spreitzwinkel der Beine abgeflacht. Dann wurde oben ein Teil
ausgefräst. Zur Montage an den "Montierungsteller nutze ich einfache Schrauben (M10 x 120mm).
Um auch einen sicheren Stand zu gewährleisten, wurden unten noch Spitzen angebracht. Dazu habe ich ein 12mm Loch in die Beine gebohrt, eine Sechskantgewindeverlängerung eingeklebt und dann eine 120mm Schraube, die ich angespitzt habe, eingeschraubt. Zur Arretierung ist die Schraube mit einer Mutter versehen. Da ich auch mit klammen Händen das Stativ auseinander nehmen möchte, wurden die Schrauben jeweils mit einem 3mm Loch versehen, so dass mit einer kleinen Stange die Schrauben einfach ein- und ausgeschraubt werden können.
"Montierungsteller"
Der obere wie untere Teller besteht aus zwei runden Scheiben (200 x 40mm) Vollholz (Multiplex habe ich in der Stärke leider nicht bekommen). In den oberen Teller wurde direkt in das Holz die Vertiefung für die Aufnahme der Montierung gefräst (60 x 20mm) und abschließend, um das Holz zu schonen, eine angepasste Aluplatte (inzwischen aus Teflon - gleitet besser) aufgeklebt (Zeichnung zum Download). Des Weiteren wurde eine Dosenlibelle eingebaut. Diese dient zur ersten Ausrichtung ohne Montierung.
Um ein möglichst platzsparendes Stativ zu bekommen, wurde der Stift für die horizontale Verstellung der Montierung schraubbar montiert. So stört dieser nicht beim Transport. Zur Befestigung der Montierung habe ich eine Knebelschraube genommen und bei dieser ein Teil des Gewindes abgefeilt.
Der zweite Teller besteht aus zwei Teilen. Der Untere für die Befestigung der Beine und der Obere zur Nivellierung der Montierung in Verbindung mit dem oben beschriebenen Teller. Als Verbindung werden Gewindestangen (M14 x 220mm) genutzt. Die Bohrungen für die Gewindestangen sind jeweils 16mm, was für mich ausreichend erscheint. Sollten allerdings größere Unebenheiten oder eine stärkere Schräglage ausgeglichen werden, sollten die Löcher größer ausfallen - höherer Winkel der Gewindestangen.
Da ich immer möglichst wenig loses Material mitnehmen möchte, habe ich alle Unterlegscheiben im Holz versenkt und eingeklebt. Dies verhindert auch zuverlässig, dass ich eine der Unterlegscheiben verliere.
Stativablage
In der ersten Version dieses Stativs habe ich anstelle einer Stativablage eine Kette an den Enden der Beine genutzt die in der Mitte zusammenlief, um die Stabilität zu erhöhen und das versehentliche Spreizen der Beine durch z.B. einen stärkeren Schubs zu vermeiden. Allerdings fehlte mir schon in der ersten Beobachtungsnacht eine Ablage. Und so kam dann noch die Ablage hinzu - übrigens original DobsMounts.