Schmidt-Cassegrain

Das SC hat konstruktionsbedingt den großen Nachteil, dass es sich nur sehr langsam an die Umgebungstemperatur anpasst und es sehr störanfällig für Reflexe im Tubus ist. Letzteres wird insbesondere durch die mangelhafte schwarze Innenfarbe nicht gerade verbessert. Um nun schneller ruhigere und kontrastreichere Bilder zu bekommen wurde in den Tubus zwei Lüfter eingebaut und alle größeren Teile mit Velour verkleidet oder mit Abtönfarbe angestrichen. Des Weiteren ist der Tubus mit Heizungsfolie ummantelt. Diese Maßnahme reduziert noch einmal zusätzlich das Tubusseeing. Letztlich wurden noch "Bob-Knobs" anstelle der Inbusschrauben.

Schmidtplatte

Für den Umbau ist zunächst einmal die Schmidt-Platte sehr vorsichtig auszubauen. Um später wieder eine gute Kollmination zu erreichen, sollte die genaue Lage der Platte am Rand markiert werden. Auch ist darauf zu achten, wo evtl. vorhandene Korkplätchen zur Zentrierung der Platte befestigt sind. Die Platte selber muss sehr vorsichtig behandelt werden, da ein Ersatz quasi soviel kostet, wie ein neues Teleskop.

Im folgenden Schritt kann nun auch die Spiegelzelle demontiert werden. Dazu die Teleskopschiene abschrauben und die kleinen Halteschrauben (6 Stück) vorsichtig entfernen. Bitte daran denken, dass diese jeweils mit einer Mutter von innen gekontert sind. Jetzt kann die Spiegelzelle vorsichtig herausgenommen werden. Um Fingerabdrücke auf dem Spiegel zu verhindern ist es ratsam dünne Baumwoll- oder Gummihandschuhe zu tragen.

Entfernter Fokussierer

Als letztes ist noch der Primärspiegel herauszunehmen. Hierfür zunächst den Fokussierknopf entfernen, die drei Schrauben um den Fokussierknopf lösen und das dahinter liegende Fokussiergestänge (Lager und Gewindestange) herausziehen. Falls um das Blendrohr noch ein Gummiring gelegt ist auch diesen entfernen. Nun kann der Spiegel herausgenommen und gelagert werden.

Anschließend kann die eigentliche Arbeit begonnen werden. Erst einmal den Tubus von innen reinigen um einen optimalen Halt des Velours zu gewährleisten. Dieses dann passend zurecht schneiden und in das Teleskop einkleben. Im nächsten Schritt sollte der Sekundärspiegel bzw. Blendrohr von inne und außen geschwärzt werden. Aufgrund der ungünstigen Form des kurzen Blendrohres ist hier von Velour abzuraten. Ich habe hierfür matt schwarze Abtönfarbe genutzt.

Lüftereinbau


Dann ist der Einbau der Lüfter dran. Hierzu müssen für die Lüfter, das Poti zur Lüfterregulierung und die Stromversorgung entsprechende Löcher gebohrt werden. Auch hier hat sich eine Lochkreissäge (Steckdosenbohrer) als sehr nützlich erwiesen. Für meinen Umbau habe ich ein 200 Ohm Poti genutzt und Lüfter der Firma Papst (FM412 FH; 40x40x20mm). Die sind leise und vor allem laufruhig. Als Stromanschluss dient eine einfache Chinch-Buchse. Zum Schutz und um das Eindringen von größeren Objekten zu verhindern sind außen auf der Spiegelzelle Gitter montiert.

Der letzte Schritt ist nun noch das Teleskop wieder zusammen zubauen. Hier auf jeden Fall auf die richtige Lage der Korkplätchen sowie der Schmidtplatte achten.

Wie bereits oben erwähnt, ist es ratsam, dass Teleskop zusätzlich in eine wärmeisolierende Folie einzuschlagen. Als Brauchbar hat sich dafür so genannte Heizungsfolie erwiesen. Es besteht aus Alufolie, die mit einer dünnen Schicht Styropor verklebt ist. Diese kann sehr einfach mittels eines Cuttermessers und einer langen Holzlatte passend zurecht geschnitten werden. Um später nicht evtl. Klebereste auf dem Tubus zu haben, ist das Teleskop vorher noch mit dünnem Karton ummantelt worden, auf welchen dann mittels doppelseitigem Klebeband die Heizungsfolie aufgeklebt wurde.